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Alle 3 bis 4 Jahre setzen wir an unserem Gymnasium eine große Musicalproduktion um, bei der oft bis zu 100 Schülerinnen und Schüler teilnehmen. Der große Aufwand und unser musikalischer Anspruch erklären diesen 3-4-jährigen Rhythmus.

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Die Feuerzangenbowle

(Untertitel: „Würd’st du’s nochmal probier’n?“) ist ein Musical in zwei Akten nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Spoerl mit Musik von Burkhard F. Fabian und Songtexten von Johannes K. Jellinek.

Die Uraufführung wurde am 8. Januar 2018 im Rosa-Luxemburg-Gymnasium Berlin umgesetzt.

Handlung

Erster Akt

Im Prolog entwickelt der „Zirkel der Feuerzangenbowle“ (fünf befreundete, gestandene Herren in Berlin) die Idee,  den erfolgreichen jungen Schriftsteller Dr. Johannes Pfeiffer, auch Mitglied dieser Runde, noch einmal auf ein Gymnasium zu schicken, da ihm diese wichtige Lebenserfahrung aufgrund seines Privatunterrichts fehlt.

Von der Idee beflügelt, inkognito für seinen neuen Roman zu recherchieren, besucht Dr. Johannes Pfeiffer unter dem Decknamen „Hans Pfeiffer“ das Gymnasium in der fiktiven Kleinstadt Babenberg (eine Anspielung auf Babelsberg) und organisiert dort zusammen mit seinen Mitschülern diverse Schulstreiche – z.B. das Verstecken des Schuhs von Professor Bömmel oder den bekanntesten Streich, bei dem die Oberprimaner beim Probieren des selbstgebrauten Heidelbeerweins von Professor Crey im Chemieunterricht so betrunken tun, dass der Unterricht abgebrochen werden muss und sie vom Direktor nach Hause geschickt werden.

Da Musiklehrer Fridolin langfristig erkrankt ist, finden die Chorproben zusammen mit dem Mädchenchor des benachbarten Lyzeums statt. Den Chor leitet die Musikreferendarin Eva Knauer, die hübsche Tochter des Direktors des Jungengymnasiums. Eva und Hans verlieben sich. Direktor Knauer, genannt „der Zeus“, ahnt, wer die Verantwortung für die Streiche trägt, kann jedoch Pfeiffer nichts nachweisen. In der Zwischenzeit findet Marion, die Verlobte Pfeiffers in Berlin heraus, wo sich der berühmte Schriftsteller aufhält und macht sich auf nach Babenberg, um ihren Verlobten zu stellen.

Zweiter Akt

Pfeiffer hängt zusammen mit einem Primaner am Eingangstor seiner Schule ein Schild mit der Aufschrift, „Wegen Bauarbeiten bleibt das Gymnasium heute geschlossen“ auf. Die ankommenden Schüler und Lehrer lesen das Schild und machen Kehrt nach Hause, während der über die Stille in seiner Schule verwunderte Direktor letztlich die Ursache dafür findet und zusammen mit dem Kollegium beschließt, so zu tun, als sei das Schild echt. Kollege Bömmel errichtet daher eine fiktive Baustelle, um die Peinlichkeit der Situation des Schulausfalls von der Schule abzuwenden.

Marion überrascht Pfeiffer in seiner Stube und versucht ihn zu verführen – mit dem Ziel, ihren Verlobten zurück nach Berlin zu bringen. Pfeiffer, der nun erkennt, die wahre Liebe in Eva gefunden zu haben, lässt sich auf das Spiel nicht ein und beschließt, Eva die Wahrheit über seine Identität mitzuteilen. Eva glaubt Hans nicht und fühlt sich verhöhnt, so dass dieser verstoßen, alleine und enttäuscht zurückbleibt. Daher beschließt der Protagonist sich in einer großen Abschlussvorstellung allen als der erfolgreiche Schriftsteller zu offenbaren und Babenberg wieder zu verlassen. Dazu verkleidet er sich als Prof. Crey und übernimmt dessen vom Oberschulrat des Gymnasiums supervisierte Vorführstunde (eine pädagogisch innovative, da diese geschlechtsübergreifend zusammen mit den Schülerinnen des Lyzeums organisiert wurde) - denn der erfahrene Prof. Crey bewirbt sich um eine Direktorenstelle. Die Maskerade erkennend bittet Direktor Knauer Pfeiffer darum, das „Theater weiterzuspielen“, damit der Oberschulrat nichts merke. Dazu gibt er Pfeiffer sein Ehrenwort, dass ihn keine Strafe erwarte. In einem unbedachten Moment bestätigt Direktor Knauer zudem vor allen die Verlobung von Pfeiffer mit Tochter Eva. Beim Abgang des mit dem Unterricht höchst zufriedenen Oberschulrats trifft dieser auf den echten Professor Crey, den er jedoch für den falschen, nämlich den für seine Streiche bekannten Hans Pfeiffer hält. Der Schulrat erwartet die Entfernung des Doppelgängers von der Schule bittet um einen Bericht.

Zu guter Letzt pocht Pfeiffer auf die Zustimmung des Direktors, für die Hand seiner Tochter, die überglücklich Hans‘ Heiratsantrag annimmt. Der Protagonist gibt seine wahre Identität preis und wendet sich zum Schluss mit dem Durchbrechen der vierten Wand an das Publikum. Dabei reflektiert Pfeiffer zusammen mit den anderen Figuren im Abschlusshymnus die Schulzeit auf der Metaebene.

 

Musik

Einführung

Heinrich Spoerl begann Ende der 1920er Jahre seinen Roman zu schreiben. Sein Sohn Alexander (*3.1.1917; †16.10.1978) war da im besten Lausbubenalter. Dieser schreibt in seinem Buch „Memoiren eines mittelmäßigen Schülers“, die „Feuerzan­genbowle“ wäre deshalb entstanden, weil sein Vater es leid geworden sei, ständig Briefe an die Schule wegen der Vergehen seines Sohnes zu schreiben. Daher habe Alexander nach der Schule über die Streiche in der Schule zu berichten gehabt („Memoiren…“, dtv-Vlg).

Wie viel nun wirklich passiert oder Fiktion ist, lässt der berühmte Roman offen. Am Ende der Feuerzangenbowle heißt es nur: „Wahr sind auch nur die Erin­nerungen, die wir mit uns tragen; die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden“ („Die Feuerzangenbowle“, Droste-Vlg.).

In Spoerls Epilog manifestiert sich die eigentliche Dimension der Schulzeit, wel­che sich jedoch erst rückblickend offenbart: In einer unbeschwerten Leichtigkeit lag einem die ganze Welt zu Füßen. Träume wollten Wirklichkeit, Sehnsüchte woll­ten lebendig werden. Allzu oft stellt man im Erwachsenenalter fest, dass „Träume oft nur Schäume“ sind, wie es in einem Song des Musicals heißt. Vor diesem Hin­tergrund entstand der Untertitel und Schlusshymnus zum Musical: „Würd’st du’s nochmal probier’n?“. Johannes K. Jellinek fängt in den Songtexten die Stimmungen der Schulgeschichte auf und gießt sie in eine poetische Sprache. Burkhard F. Fabian nutzt sie als inspirierenden Nährboden für die Kompositionen. Neben den lauten Orchesterstellen folgen die leisen der Tradition der Comedian Harmonists, die sich in ihrem mehrstimmigen, pointierten Gesang nur von einem Klavier begleiten ließen.

Die Spielzeit des Musicals beträgt zwei Stunden und 30 Minuten.

 

Rollen und Gesangslagen

Alte Herren

JOHANNES PFEIFFER (Tenor)

JUSTIZRAT FLEISCH *1) (Tenor)                        

BANKIER ETZEL *2) (Bariton)

MED. HELLWIG *3) (Bariton)

APOTHEKER FRÖBEL *4) (Bass)

Lehrkörper

EVA KNAUER  (Sopran)

"BÖMMEL" *1)  (Tenor)

Direktor KNAUER, "ZEUS" *2) (Bariton)

OBERSCHULRAT *3)  (Sprechstimme)

Prof. CREY, "SCHNAUZ" *4) (Bass)

(*1)*2)*3)*4) identische Darsteller möglich)

Klasse

Der kleine LUCK  (Tenor)

HUSEMANN  (Tenor)

Rudi KNEBEL  (Bariton)

ROSEN  (Bariton)

MELWORM  (Bariton)                      

ACKERMANN  (Bass) 

Sonstige

MARION  (Mezzosopran)

HAUSMEISTER *5) (ohne Text)

KELLNER(IN) *5) (ohne Text)

(*5) optional)

Chöre

Mädchenchor des Lyzeums

Gemischter Chor des Jungengymnasiums und des Lyzeums

 

Besetzungsvarianten

Orchester (erweiterte Bigband)

(20 Musiker*innen)

Klarinette

Altsaxophon 1

Altsaxophon 2

Tenorsaxophon 3

Tenorsaxophon 4

Baritonsaxophon

Trompete 1 - 4

Posaune 1 - 3

Bassposaune

Vibraphon / Marimbaphon

Gitarre

Klavier

Kontrabass

Drum-Set

Pauken / Smallpercussion


Band (erweiterte Combo)

(11 Musiker*innen)

Klarinette / Altsaxophon 1

Altsaxophon 2 / Tenorsaxophon

Baritonsaxophon

Trompete 1

Trompete 2

Posaune 1

Posaune 2

Vibraphon / Marimbaphon

Klavier

Kontrabass

Drum-Set / Pauken / Smallpercussion

 

Version für zwei Klaviere und Schlagwerk

(3 Musiker*innen)

Klavier 1

Klavier 2

(nur Flügel oder digitale Flügel wie z.B. Roland GP-607 PE)

Drum-Set / Smallpercussion

 

Einzeltitel der Musikstücke

Ouvertüre (I)

Wie wird ein Pauker denn zum Or’ginal?

Der Pennäler

Fünf Asse und ein Bübchen

Ich bin der Pfeiffer mit drei „f“

König der Lehranstalten

Bäh, wat habt ihr für ‘ne fiese Charakter

Die schöne, holde Unschuld

Ich wär‘ so gern die Krabbe auf deinem Kanapee

Die Gerechtigkeit des Lehrers unter besonderer Berücksichtigung der höheren Lehranstalt

Vielleicht ist er bald hier

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten (Heinrich Heine / Friedrich Silcher)

Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuß geh‘n (Anton Wilhelm von Zuccalmaglio / Johannes Brahms)

Heidelbeerwein

Das Maß ist voll

Bin verliebt

Wo isser denn, der Dr. Pfeiffer?

Szenische Ouvertüre (II)

Marions Tango Seductivo

Vergeig‘ das Abitur

Dr. Johannes Pfeiffer, der wär‘ der richt’ge Mann

Ich bleibe Pfeiffer mit drei „f“ (Reprise)

Swing Me Up, Ackermann

Würd’st du’s nochmal probier’n?

 

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Am 8. Januar 2018 feierte unser eigenes Musiktheater "Die Feuerzangenbowle - das Musical" seine Weltpremiere! Lesen Sie Stimmen über das Projekt:

Ich fand das Musical wirklich unglaublich toll! Viele denken leider, dass wir Jugendliche uns heutzutage zu nichts “Altmodischem” mehr motivieren können und wir uns nur noch für unsere Handys interessieren. Mit diesem Musical konnten wir jedoch uns und vielen anderen Menschen das Gegenteil beweisen! Eine so große, talentierte Gruppe, ein toller Regisseur und ein klasse Lehrer! Insgesamt ein 100 prozentig gelungenes Projekt, an welches ich immer zurückdenken werde und ich bin froh, das Ganze als 11. Klässlerin miterlebt haben zu dürfen!

[Eine Schülerin]